Waldbrände in Frankreich und Spanien zwangen bis Samstag, den 25. Juli, mehr als 250.000 Menschen zur Flucht aus ihren Häusern. Frankreich setzte Soldaten und ein militärisches Transportflugzeug ein, während Spanien seinen ersten nationalen Waldbrandnotstand bewältigte. Associated Press meldete den Tod eines Mannes in Manises in der Region Valencia als erstes bestätigtes Todesopfer der aktuellen Feuer. Die Behörden beider Länder warnten trotz etwas günstigerer Wetterbedingungen weiterhin vor gefährlichen Großbränden.
Französische Behörden meldeten wegen des Feuers in der Gironde die Evakuierung von rund 167.000 Menschen und im benachbarten Département Landes von weiteren 30.000. Das Innenministerium erklärte, seit Jahresbeginn seien landesweit fast 98.000 Hektar verbrannt. Innenminister Laurent Nuñez bezeichnete den Einsatz als wahrscheinlich größte französische Evakuierung in Friedenszeiten. Bordeaux richtete ein Messezentrum als Unterkunft ein, das bei Bedarf bis zu 10.000 Menschen aufnehmen kann.
Das Feuer in der Gironde lag laut den von AP zitierten Verantwortlichen nach seiner Entwicklung zu einem Feuersturm am Freitag weiterhin rund 30 Kilometer westlich von Bordeaux. Die Behörden ordneten vorsorgliche Räumungen in westlichen Vororten und Nachbargemeinden an, mobilisierten Soldaten und schickten 1,5 Millionen Schutzmasken in rauchbelastete Gebiete. Ein umgerüsteter A400M ergänzte mindestens 18 Löschflugzeuge und Hubschrauber. Etwa 140 Häuser erlitten Zerstörungen, Dutzende Feuerwehrleute Verletzungen.
In Zentralspanien verließen etwa 70.000 Menschen wegen der Brände westlich von Madrid und in der benachbarten Provinz Ávila ihre Wohnorte. Ministerpräsident Pedro Sánchez sagte, in diesem Jahr hätten bereits 130.000 Hektar gebrannt, gegenüber einem Jahresdurchschnitt von 100.000 Hektar im vorangegangenen Jahrzehnt. Spanien setzte 2.600 Feuerwehrleute, Polizisten und weitere Einsatzkräfte sowie 19 Flugzeuge und Hubschrauber ein. Schwächere Winde und niedrigere Temperaturen eröffneten am Samstag eine Chance zur Eindämmung.
Der Notstand störte auch den Verkehr und führte zu europäischer Hilfe. Frankreich kürzte die letzte Etappe der Tour de France am Sonntag, damit Sicherheitskräfte den Einsatz in den Brandgebieten verstärken können. Bahn- und Straßenbehörden rieten von Reisen durch den Südwesten ab. AP zufolge stellten Italien, Griechenland, die Niederlande, Portugal, Kroatien, Tschechien, Schweden, die Slowakei, Deutschland und die Schweiz Flugzeuge oder Hubschrauber bereit oder bereiteten deren Entsendung vor.
Behörden und Fachleute führten die außergewöhnliche Geschwindigkeit der Brände auf starke Hitze, anhaltende Trockenheit und den Klimawandel zurück, die Wälder und Buschland leicht entzündlich machten. Die Einsatzleitungen beobachten nun wechselnde Winde nahe Bordeaux und wollen die kühleren Bedingungen in Spanien zur Sicherung der Feuerlinien nutzen. Vorrang haben der Schutz bewohnter Gebiete, die Versorgung der Evakuierten und die Vermeidung weiterer Schäden, bevor eine sichere Rückkehr möglich ist.
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