Zurück zur Startseite Israelische Angriffe töten zwölf Menschen im Südlibanon Welt

Israelische Angriffe töten zwölf Menschen im Südlibanon

Veröffentlicht am 7. September 2026 0 Aufrufe

Israelische Luftangriffe auf Kfar Rumman im Südlibanon töteten am frühen Montag mindestens zwölf Menschen, darunter zwei Kinder, vier Frauen und einen Sanitäter, teilte das libanesische Gesundheitsministerium mit. Die Angriffe zählten zu den tödlichsten in der Region seit Wochen. Sie trafen ein Wohngebäude und ein Fahrzeug, während Rettungskräfte im Bezirk Nabatiyeh die Trümmer nach Opfern durchsuchten.

Nach Angaben des Ministeriums starben elf Menschen bei der Zerstörung des Wohngebäudes. Acht weitere erlitten Verletzungen, darunter drei Kinder und ein Sanitäter. Ein gesonderter Drohnenangriff auf ein Fahrzeug tötete einen Helfer der libanesischen islamischen Risala-Pfadfindervereinigung und verletzte zwei weitere Rettungskräfte. Reporter von Reuters sahen Schulbücher zwischen Betonbrocken liegen, während schwere Maschinen die Trümmer beseitigten.

Das israelische Militär erklärte, die Einsätze seien auf zwei explosive Drohnen zurückzuführen, die die Hisbollah gegen israelische Soldaten nahe dem Höhenzug Ali al-Taher gestartet habe. In Kfar Rumman habe der Angriff einem Hisbollah-Mitglied gegolten, das Waffen transportiert habe. Präzisionsmunition und Luftüberwachung hätten Schäden für Unbeteiligte begrenzen sollen. Die Hisbollah bekannte sich nicht zu den Drohnenangriffen und äußerte sich zunächst nicht. Reuters erklärte, eine unabhängige Bestätigung der militärischen Lage an dem Höhenzug sei nicht möglich.

Der Gewaltausbruch folgte mehreren Tagen verschärfter Kämpfe. Das libanesische Gesundheitsministerium meldete für Sonntag mindestens elf Tote in drei Orten nahe dem Höhenzug und für Freitag vier weitere Tote. Israel gibt an, die operative Kontrolle über Ali al-Taher erlangt zu haben. Die strategische Hügelgruppe überblickt Dörfer und Straßen in Richtung Nabatiyeh. Libanesische Sicherheitsvertreter sagten Reuters, sie rechneten mit einer anhaltenden Eskalation im Süden.

Die Kämpfe belasten ein von den USA vermitteltes Rahmenabkommen, das Libanon und Israel am 26. Juni unterzeichneten. Es sieht einen schrittweisen israelischen Rückzug aus dem Südlibanon im Gegenzug für die Entwaffnung der Hisbollah und die Kontrolle durch die libanesische Armee vor. Bei der Umsetzung gab es kaum Fortschritte: Die Hisbollah nimmt an den Gesprächen nicht teil und lehnt eine Entwaffnung nördlich des Litani ab, während Israel die Entwaffnung im ganzen Land verlangt. Präsident Joseph Aoun warf Israel vor, das Abkommen durch die verstärkten Angriffe zu untergraben.

Nach Angaben des Ministeriums haben israelische Angriffe seit den Raketenangriffen der Hisbollah auf Israel am 2. März mehr als 4.300 Menschen getötet, darunter über 250 Kinder, fast 400 Frauen und mehr als 130 Sanitäter. Die Statistik unterscheidet darüber hinaus nicht zwischen Zivilisten und Kämpfern. Die jüngsten Todesfälle schüren die Sorge, dass auf die Entspannung nach dem Juni-Abkommen eine größere Kampagne folgen kann. Rettungsarbeiten und Opferermittlungen dauerten am Montag an, während der Druck zur Verhinderung einer weiteren Eskalation zunahm.

Quellen: Associated Press, Reuters, Al Jazeera, Lebanon Ministry of Public Health

Kommentare