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Geoökonomische Konfrontation führt globale Risiken 2026 an, warnt WEF-Bericht

Veröffentlicht am 15. Januar 2026 70 Aufrufe

Die geoökonomische Konfrontation hat sich als die drängendste Bedrohung für die globale Stabilität im Jahr 2026 herausgestellt, so der Globale Risikobericht des Weltwirtschaftsforums, der vor dem jährlichen Davos-Gipfel veröffentlicht wurde. Der Bericht ergab, dass 18 Prozent der befragten Führungskräfte und Entscheidungsträger die Instrumentalisierung wirtschaftlicher Werkzeuge wie Zölle, Sanktionen und Investitionsbeschränkungen als wahrscheinlichsten Auslöser einer materiellen globalen Krise innerhalb der nächsten zwei Jahre identifizierten und damit Bedenken über Desinformation, gesellschaftliche Polarisierung und bewaffnete Konflikte übertrafen.

Die Ergebnisse markieren einen bedeutenden Wandel in der Risikowahrnehmung, wobei die geoökonomische Konfrontation zwei Positionen gegenüber dem Vorjahr kletterte, um den Spitzenplatz einzunehmen. WEF-Geschäftsführerin Saadia Zahidi erklärte, dass der Begriff sich auf Situationen bezieht, in denen wirtschaftspolitische Instrumente zu Waffen werden anstatt einer Grundlage für Kooperation, und nannte steigende Zölle, Kontrollen ausländischer Investitionen und strengere Versorgungskontrollen bei kritischen Mineralien als Hauptbeispiele dieses besorgniserregenden Trends.

Der Bericht zeichnet ein turbulentes Bild der kurzfristigen globalen Aussichten, wobei die Hälfte der befragten Führungskräfte stürmische Bedingungen in den nächsten zwei Jahren erwartet und nur ein Prozent Ruhe antizipiert. Bei der Untersuchung der geopolitischen Landschaft über das nächste Jahrzehnt prognostizierten 68 Prozent der Befragten eine multipolare oder fragmentierte Weltordnung, vier Prozentpunkte mehr als in der Umfrage des Vorjahres, was auf eine anhaltende Erosion internationaler Kooperationsrahmen hindeutet.

Künstliche Intelligenz erwies sich als das am schnellsten steigende Anliegen in der diesjährigen Bewertung, wobei das Potenzial für nachteilige KI-Ergebnisse von Platz 30 unter den kurzfristigen Risiken im letzten Jahr auf den fünften Platz unter den langfristigen Risiken in den aktuellen Rankings sprang. Dieser dramatische Anstieg spiegelt die wachsende Besorgnis über das Potenzial der transformativen Technologie wider, Arbeitsmärkte zu stören, Desinformation zu verbreiten und neue Sicherheitslücken zu schaffen.

Umweltrisiken dominieren weiterhin die langfristigen Aussichten, wobei extreme Wetterereignisse, Biodiversitätsverlust und Ökosystemkollaps zu den Hauptsorgen für das kommende Jahrzehnt zählen. Der unmittelbare Fokus auf wirtschaftliche Spannungen spiegelt jedoch das aktuelle geopolitische Klima wider, in dem Handelskriege und strategischer Wettbewerb zwischen Großmächten sich erheblich verschärft haben.

Der Bericht legt die Agenda für Diskussionen bei der Jahrestagung des Forums in Davos fest, die vom 19. bis 23. Januar 2026 geplant ist. Das diesjährige Treffen wird sich darauf konzentrieren, das wiederherzustellen, was die Organisatoren einen Geist des Dialogs nennen, und Weltführer, Wirtschaftsführer und Vertreter der Zivilgesellschaft zusammenbringen, um die miteinander verbundenen Herausforderungen der globalen Gemeinschaft anzugehen.

Da Nationen zunehmend wirtschaftliche Maßnahmen als strategische Waffen einsetzen, warnt das WEF, dass die resultierende Fragmentierung Risiken nicht nur für globale Handels- und Investitionsströme birgt, sondern auch für die internationale Zusammenarbeit, die zur Bewältigung gemeinsamer Herausforderungen wie Klimawandel und Pandemievorsorge erforderlich ist. Der Bericht fordert die Führungskräfte auf, Wege zurück zu konstruktivem Engagement zu finden, bevor die wirtschaftliche Konfrontation in einen breiteren Konflikt eskaliert.

Quellen: World Economic Forum, Al Jazeera, CNBC, Euronews, Business Today