Die britische Arbeitslosenquote stieg im letzten Quartal 2025 auf 5,2 Prozent und erreichte damit den höchsten Stand seit fast fünf Jahren, wie das Amt für nationale Statistik am Dienstag in seinen offiziellen Daten mitteilte. Die Zahlen zeigen, dass im gesamten Vereinigten Königreich nunmehr 1,883 Millionen Menschen ohne Arbeit sind — ein Anstieg von rund 331.000 im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres. Die Jugendarbeitslosigkeit schnellte auf 14 Prozent hoch, was die Sorge vor einer sich verschärfenden Beschäftigungskrise weiter verstärkt.
Das ONS erklärte, der Anstieg spiegele eine schwache Einstellungstätigkeit in der gesamten Wirtschaft wider, merkte jedoch auch an, dass mehr zuvor wirtschaftlich inaktive Personen nun aktiv nach Beschäftigung suchen. Die Beschäftigungsquote der 16- bis 64-Jährigen lag bei 75,0 Prozent, ein Rückgang um 0,1 Prozentpunkte gegenüber dem Vorquartal. Gleichzeitig sank die Quote der wirtschaftlichen Inaktivität leicht auf 20,8 Prozent, was darauf hindeutet, dass mehr Menschen auf den Arbeitsmarkt zurückkehren, obwohl die Stellenangebote weiterhin knapp bleiben.
Arbeitsmarktanalysten verwiesen auf die Auswirkungen der politischen Änderungen aus dem Herbsthaushalt 2024 von Schatzkanzlerin Rachel Reeves als wesentlichen Treiber der Verlangsamung. Der Haushalt erhöhte die Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung und hob den Mindestlohn an — Maßnahmen, die Unternehmen nach eigenen Angaben dazu veranlassten, Einstellungen zu verlangsamen und ausscheidende Mitarbeiter nicht mehr zu ersetzen. Die offenen Stellen fielen im Zeitraum November 2025 bis Januar 2026 auf 726.000 und lagen damit erstmals unter dem Niveau vor der Pandemie. Die Entlassungen stiegen auf 145.000, ein Zuwachs von 31.000 gegenüber dem Vorjahr.
Die Daten stellten einen erheblichen Rückschlag für Schatzkanzlerin Reeves dar, die wiederholt versprochen hat, wirtschaftliche Chancen zu verbessern und die britische Wirtschaft wieder aufzubauen. Ein Regierungssprecher erklärte, die Regierung bleibe darauf konzentriert, Bedingungen für Wachstum zu schaffen. Die oppositionelle Konservative Partei nutzte die Zahlen jedoch als Angriffsfläche und argumentierte, Labour habe eine beispiellose Serie monatlicher Anstiege der Arbeitslosigkeit zu verantworten — ein vorhersehbares Ergebnis falscher wirtschaftspolitischer Entscheidungen.
Auch die Bank von England hat sich in die Debatte eingeschaltet und den ungewöhnlichen Schritt unternommen, die Regierungspolitik zur Jugendarbeitslosigkeit öffentlich zu kritisieren. Bei einem Anteil von 14 Prozent junger Menschen ohne Arbeit warnten Ökonomen, dass eine ganze Generation abgehängt werden könnte, wenn nicht dringend gehandelt werde. Das Lohnwachstum hat sich parallel zum Einstellungsrückgang verlangsamt und übt zusätzlichen Druck auf Haushaltsbudgets aus, die bereits durch jahrelang erhöhte Lebenshaltungskosten belastet sind.
Mit Blick auf die Zukunft warnten Wirtschaftsexperten, die Arbeitslosigkeit könnte in den kommenden Monaten weiter steigen, wenn die vollen Auswirkungen der Sozialversicherungserhöhungen im Privatsektor spürbar werden. Wirtschaftsverbände forderten die Regierung auf, Maßnahmen zu überdenken, die nach ihrer Einschätzung Investitionen und Einstellungen hemmen.
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