Heineken, der zweitgrößte Brauereikonzern der Welt, hat angekündigt, in den kommenden zwei Jahren zwischen 5.000 und 6.000 Stellen abzubauen, da die nachlassende globale Biernachfrage und die wachsende Preissensibilität der Verbraucher den niederländischen Konzern zu beschleunigten Kostensenkungen zwingen. Die Stellenstreichungen, die rund 7 Prozent der weltweit 87.000 Beschäftigten betreffen, sind Teil einer umfassenden Initiative, die das Unternehmen als Beschleunigung der Produktivität im großen Maßstab im Rahmen seiner EverGreen-2030-Strategie bezeichnet. Die Ankündigung erfolgte zusammen mit Jahresergebnissen, die einen Rückgang des gesamten Biervolumens um 2,4 Prozent im Jahr 2025 zeigten, mit besonders starken Einbrüchen in Europa von 4,1 Prozent und in den Amerikas von 3,5 Prozent.
Vorstandschef Dolf van den Brink, der zugleich seinen Abschied nach fast sechs Jahren an der Spitze des Unternehmens bestätigte, bezeichnete das operative Umfeld als anhaltend herausfordernd. Er erklärte, das Unternehmen bleibe in seinen kurzfristigen Erwartungen für die Biermarktbedingungen vorsichtig, und betonte, dass die Umstrukturierung entscheidend sei, um Heineken auf nachhaltiges langfristiges Wachstum auszurichten. Der Braukonzern senkte seine Prognose für das Wachstum des Betriebsgewinns 2026 auf 2 bis 6 Prozent, nach einer zuvor prognostizierten Spanne von 4 bis 8 Prozent.
Künstliche Intelligenz und digitale Transformation sollen eine zentrale Rolle bei der Umstrukturierung spielen. Rund 3.000 der betroffenen Stellen sollen in zentralisierte Serviceeinheiten verlagert werden, in denen technologische Digitalisierung und KI-gestützte Automatisierung fortlaufende Produktivitätssteigerungen ermöglichen sollen. Darüber hinaus plant das Unternehmen, seine Lieferkette durch die Digitalisierung von Brauereien und die gezielte Schließung ausgewählter Standorte zu optimieren und so die Betriebskosten zu senken.
Die Kürzungen spiegeln einen breiteren Trend in der globalen Lebensmittel- und Getränkeindustrie wider, in der jahrelange Inflation die Ausgabengewohnheiten der Verbraucher grundlegend verändert hat. Käufer greifen zunehmend zu günstigeren Alternativen oder reduzieren ihre Ausgaben für nicht lebensnotwendige Produkte, und Premium-Biermarken, die in der Zeit nach der Pandemie das Wachstum angetrieben hatten, stoßen nun auf Widerstand preisbewusster Konsumenten. Die europäischen Geschäfte von Heineken sind besonders stark betroffen.
Die Heineken-Aktie fiel zunächst nach Veröffentlichung der Ergebnisse, erholte sich jedoch, als Investoren den Umfang der Sparmaßnahmen bewerteten. Analysten merkten an, dass die Bereitschaft des Unternehmens, unter schwierigen Umständen entschlossen zu handeln, seine Wettbewerbsposition mittelfristig stärken dürfte. Die Umstrukturierung folgt ähnlichen Schritten von Wettbewerbern im Konsumgütersektor, die auf Personalabbau und Automatisierung setzen, um ihre Margen bei nachlassendem Volumenwachstum zu schützen.
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