Neue Forschungen der Universität Sharjah zeigen, dass Mikroplastik die Fähigkeit der Ozeane, Kohlendioxid zu absorbieren, stark beeinträchtigt und möglicherweise den Klimawandel beschleunigt. Die im Journal of Hazardous Materials im Januar 2026 veröffentlichte Studie zeigt, dass diese winzigen Partikel von weniger als fünf Millimetern die natürlichen Klimaregulierungsprozesse stören, die die Erde seit Jahrtausenden schützen.
Die von Dr. Ihsanullah Obaidullah, außerordentlicher Professor für Integrierte Wasseraufbereitungstechnologien, geleitete Forschung ergab, dass Mikroplastik den ozeanischen Kohlenstoffkreislauf durch mehrere Mechanismen stört. Die Partikel hemmen die Photosynthese und beeinträchtigen den Stoffwechsel von Phytoplankton und Zooplankton, Organismen, die für die Kohlenstoffspeicherung unerlässlich sind. Diese Störung schwächt die biologische Kohlenstoffpumpe, einen natürlichen Ozeanprozess, der atmosphärischen Kohlenstoff in tiefe Meeresschichten überträgt, wo er jahrhundertelang gespeichert werden kann.
Wissenschaftler aus China, Hongkong, Pakistan und den Vereinigten Arabischen Emiraten arbeiteten an der Forschung zusammen, die auch ein Phänomen namens Plastisphären-Effekt identifizierte. Mikrobielle Gemeinschaften, die sich auf Kunststoffoberflächen bilden, tragen durch ihre biologische Aktivität in Stickstoff- und Kohlenstoffkreisläufen zu Treibhausgasemissionen bei. Zusätzlich setzen Mikroplastik direkt Treibhausgase frei, wenn sie in marinen Umgebungen abgebaut werden, was eine doppelte Bedrohung für die Klimastabilität darstellt.
Das Ausmaß der Plastikverschmutzung ist erschreckend. Laut einem UN-Bericht von 2025 werden jährlich über 400 Millionen Tonnen Plastik produziert, wobei etwa die Hälfte für den Einmalgebrauch konzipiert ist. Weniger als zehn Prozent aller jemals produzierten Kunststoffe wurden recycelt, während historisch 8,3 Milliarden Tonnen hergestellt wurden, von denen 80 Prozent auf Deponien oder in der natürlichen Umwelt landeten. Ein Großteil dieser Abfälle gelangt schließlich in die Ozeane und zerfällt zu Mikroplastik.
Die Auswirkungen auf den Klimawandel sind tiefgreifend. Dr. Obaidullah betonte, dass Mikroplastikverschmutzung und Klimawandel miteinander verbundene Bedrohungen darstellen, die gemeinsam angegangen werden müssen. Durch die Verringerung der ozeanischen Kohlenstoffabsorptionskapazität beschleunigen diese Partikel potenziell die Erwärmung und Versauerung der Ozeane und bedrohen marine Ökosysteme, Ernährungssicherheit und Küstengemeinden weltweit. Die Forschung verstärkt die Dringlichkeit internationaler Maßnahmen gegen Plastikverschmutzung vor den Verhandlungen über ein globales Plastikabkommen.