Der Ölpreis stieg am Freitag, dem 24. Juli, über 100 Dollar je Barrel, nachdem Angriffe auf zwei saudische Tanker im Roten Meer die Sorge vor Störungen einer zweiten wichtigen Handelsroute im Nahen Osten verstärkt hatten. Reuters berichtete, die Schiffe seien angegriffen worden, während die vom Iran unterstützten Huthi-Kräfte den Verkehr durch die Meerenge Bab al-Mandab bedrohten. Damit wächst der Druck auf Lieferungen, die rund um die Straße von Hormus bereits eingeschränkt sind.
Bab al-Mandab verbindet den Indischen Ozean und den Golf von Aden mit dem Roten Meer und weiter nördlich mit dem Suezkanal. Die Passage ist eine wichtige Route für Schiffe zwischen Asien, Europa und dem Mittelmeer. Hormus dient zugleich als Ausgang für große Energieexporteure am Golf. Gleichzeitige Störungen an beiden Wasserwegen ließen Händler und Regierungen deshalb zwei getrennte Engpässe überwachen.
Reuters zufolge brachte die Eskalation Rohöl in eine höhere Preisspanne und machte die Öl- und Gasströme aus dem Nahen Osten zur wichtigsten kurzfristigen Frage für die Weltmärkte. Auch NBC News meldete Angriffe auf zwei Tanker und das Risiko eines weiteren Engpasses. Die Berichte lieferten noch keine vollständige unabhängige Schadensbilanz; auch der genaue Einfluss auf die transportierten Mengen blieb am Freitag offen.
Die Sicherheitslage verschärfte sich zudem an Land. Das US-Zentralkommando erklärte, das amerikanische Militär habe eine dreizehnte Nacht in Folge Angriffe gegen Iran ausgeführt. Weitere Berichte beschrieben anhaltende iranische Attacken auf amerikanische Stützpunkte und regionale Ziele. Der Konflikt verknüpft militärische Einsätze daher mit Risiken für die Handelsschifffahrt und veranlasst Versicherer, Reedereien und Energieeinkäufer, Routen, Kosten und Gefahren neu zu bewerten.
Die Folgen reichen möglicherweise über die Region hinaus, denn höhere Transport- und Rohölkosten beeinflussen Kraftstoffpreise, Inflation und Entscheidungen der Zentralbanken. Reuters berichtete, dass die Verantwortlichen in Tokio, Washington und London mit größerer Sorge über kriegsbedingte Inflation und schwächeres Wachstum in die kommende Woche gingen. Erneute Unsicherheit über amerikanische Zölle fügte den Märkten ein weiteres Risiko hinzu.
Regierungen und Schifffahrtsunternehmen beobachten nun, ob der Verkehr durch Bab al-Mandab anhält, weitere Tanker abdrehen und sich die Militäreinsätze ausweiten. Für das Ausmaß der wirtschaftlichen Folgen ist die Dauer der Lieferstörung wichtiger als der Preissprung vom Freitag allein. Da keine bestätigte Lösung vorliegt, bleiben beide Meerengen entscheidend für den unmittelbaren Ausblick auf Energiesicherheit und internationalen Handel.
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