Der südkoreanische Leitindex KOSPI schloss am Mittwoch, dem 28. Januar 2026, bei einem Rekordstand von 5.170,81 Punkten und markierte damit den zweiten Tag in Folge über der historischen 5.000-Punkte-Schwelle. Der Index legte gegenüber der Vorsitzung um 1,69 Prozent zu und setzte damit eine bemerkenswerte Rallye fort, die ihn im vergangenen Monat um mehr als 22 Prozent und im Jahresvergleich um über 105 Prozent steigen ließ.
Dieser Meilenstein stellt einen Wendepunkt für die viertgrößte Volkswirtschaft Asiens dar und kommt 46 Jahre nachdem der KOSPI am 4. Januar 1980 mit einem Basiswert von 100 Punkten eingeführt worden ist. Der Index hatte die 5.000-Punkte-Marke erstmals am 22. Januar im Tagesverlauf überschritten, konnte aber erst am 27. Januar erstmals über diesem Niveau schließen, als er bei 5.084,85 Punkten mit einem Plus von 2,73 Prozent endete.
Die Halbleiter-Giganten führten den Aufwärtstrend an, wobei SK Hynix erstmals in seiner Geschichte die Marke von 800.000 Won überschritt, nachdem Berichte über eine erweiterte Liefervereinbarung mit Microsoft für Chips mit künstlicher Intelligenz bekannt geworden sind. Samsung Electronics verzeichnete ebenfalls starke Zuwächse und stieg um fast fünf Prozent auf 159.500 Won. Der technologielastige Nebenindex Kosdaq sprang um 4,7 Prozent auf 1.133,52 Punkte.
Die Rallye fand statt, obwohl US-Präsident Donald Trump Pläne angekündigt hatte, die pauschalen Zölle auf koreanische Importe auf 25 Prozent anzuheben, gegenüber den seit Juli 2025 geltenden 15 Prozent. Analysten merkten an, dass Trump später einen versöhnlicheren Ton bezüglich der Handelsverhandlungen mit Seoul angeschlagen hat, was die Sorgen der Anleger linderte. Ausländische und institutionelle Investoren waren Nettokäufer von mehr als 850 Milliarden beziehungsweise 230 Milliarden Won.
Südkoreanische Vertreter haben einen Teil der Rallye den laufenden Bemühungen zugeschrieben, den sogenannten Korea-Abschlag zu beheben, bei dem lokale Aktien historisch gesehen niedriger bewertet werden als ihre globalen Pendants. Präsident Lee Jae Myung betonte, dass eine angemessene Bewertung koreanischer Unternehmen den Wohlstand aller Bürger erhöhen werde. Die regierende Demokratische Partei beschleunigt Änderungen am Handelsgesetzbuch, die Unternehmen verpflichten sollen, eigene Aktien nach Rückkäufen einzuziehen.
Goldman Sachs hat kürzlich sein KOSPI-Ziel auf 5.700 Punkte angehoben, angetrieben von Gewinnrevisionen nach oben und nicht von einer Ausweitung der Kurs-Gewinn-Verhältnisse. Analysten beobachten aufmerksam, da Samsung Electronics und SK Hynix am 29. Januar ihre Quartalsergebnisse vorlegen sollen. Der Halbleitersektor profitiert von der steigenden weltweiten Nachfrage nach KI-Chips.
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