US-Präsident Donald Trump und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj trafen sich am Dienstag, dem 28. Juli, im Weißen Haus. Sie berieten über Lizenzen für eine ukrainische Produktion von Patriot-Abfangraketen, neue diplomatische Bemühungen und weitere amerikanische Unterstützung. Das nicht öffentliche Gespräch im Oval Office fand statt, während Kyjiw mehr Schutz vor russischen ballistischen Raketen sucht, über vier Jahre nach Beginn der umfassenden russischen Invasion.
Selenskyj bezeichnete das Treffen in einer Mitteilung in sozialen Medien als gut. Nach seinen Angaben prüften die Präsidenten Lizenzen zur Herstellung von Patriot-Abfangraketen sowie mehrere weitere Ideen zur Stärkung der Ukraine. Das Weiße Haus nannte Trumps getrennte Treffen mit Selenskyj und dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu positiv und produktiv. Keine Seite gab jedoch einen fertigen Produktionsvertrag oder einen neuen Lieferzeitplan bekannt.
Die Gespräche knüpften an den NATO-Gipfel in Ankara Anfang Juli an. Dort erklärte Trump, die Vereinigten Staaten wollten der Ukraine die Herstellung von Patriot-Systemen erlauben. Ukrainische Vertreter arbeiten seither daran, diese politische Zusage in praktische Vereinbarungen umzusetzen. Am 23. Juli traf Selenskyj in Kyjiw eine Delegation von Raytheon, um über die Zusammenarbeit bei der Luftverteidigung zu beraten; das Unternehmen gehört zum Industrieteam des Patriot-Systems.
Patriot-Batterien sind für die Ukraine besonders wichtig, weil sie ballistische Raketen abfangen können, gegen die viele andere Luftverteidigungssysteme keinen verlässlichen Schutz bieten. Kyjiw erklärt, zusätzliche Batterien und einen stetigen Nachschub an Abfangraketen dringend zu benötigen, da russische Angriffe weiterhin Städte und Infrastruktur treffen. Eine inländische oder gemeinsam organisierte Fertigung kann die langfristige Versorgung verbessern. Lizenzen, Technologietransfer, Finanzierung und Fabrikbau erfordern allerdings weitere Verhandlungen.
Nach Selenskyjs Darstellung erörterten die Präsidenten außerdem Schritte zur Wiederbelebung der Diplomatie mit dem Ziel, den Krieg zu beenden. Aus dem geschlossenen Treffen ging öffentlich keine detaillierte Friedensinitiative hervor. Die Beratungen signalisierten dennoch einen fortgesetzten direkten Austausch nach einer Phase angespannter Beziehungen. Gleichzeitig bemühen sich Mitglieder des US-Kongresses um stärkeren wirtschaftlichen Druck auf Staaten, die russische Energieexporte kaufen.
Selenskyj hielt sich in Washington auf, um an der Beerdigung von Senator Lindsey Graham teilzunehmen. Der prominente Unterstützer der Ukraine hatte Kyjiw kurz zuvor besucht. Entscheidend ist nun, ob die Beratungen vom Dienstag verbindliche technische Abkommen, eine Finanzierung und einen realistischen Produktionsplan hervorbringen. Bis diese Einzelheiten feststehen, bleibt die geplante Patriot-Produktion ein strategisches Ziel und keine sofortige Lösung für den ukrainischen Mangel an Abfangraketen.
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